Paris

2015-01-08 Aus Von christiankohl

Well, religion has reared it’s ugly head again. I don’t give a shit whether it is Islam (currently the bad guy) or Christianity or Buddhism or whatever flavour of the month. Religion is for stupid people, there are billions of stupid people in the world unfortunately. So, to sum up a very short post: Fuck religion. And to react to current events: Allah, you definitely have the tiniest penis of them all. Fuck you, too.

Other people have put this in better words and pics, allow me to quote in full and fuck the copyright for once please.


Source: http://www.titanic-magazin.de/news/es-lebe-der-witz-7003/

von Tim Wolff, Chefredakteur TITANIC

Es ist anläßlich der fürchterlichen Morde in Paris wohl nötig, mal wieder Grundsätzliches über Komik und Satire zu sagen. Denn nicht nur islamistischen Terroristen, so unsere Erfahrung bei der Titanic, fehlt es da an der Grundausstattung. Komik ist zu allererst ein Mittel, dem Ernst des Lebens, der die meisten von uns bedrückt, selbst wenn nicht gerade Raketenwerfer in Redaktionsräumen abgefeuert werden, etwas entgegenzusetzen, im besten Falle seiner Herr zu werden. Und je ernster die Lage, desto wichtiger der Humor. Komik schafft Distanz zu bedrückenden Ereignissen, sie erlaubt, uneigentlich über eigentlich Unerträgliches zu sprechen – und so den Schrecken zu bekämpfen. Sehr viele Komikunkundige, ob Islamisten, Rassisten oder deutsche Durchschnittsjournalisten, begehen meist den Fehler, einen Witz auf einen unkomischen, ernsten (und zumeist noch auf einem Mißverständnis beruhenden) Aussagekern herunterbrechen zu wollen. Die einen, weil sie den Witz auslöschen wollen; die anderen, weil sie glauben, Satire und Komik zu ernsten Themen sei nur angebracht, wenn sie „wertvoll“, „geistreich“ oder was auch immer ist.

Es ist natürlich schöner, wenn Komik auch noch eine kluge Botschaft transportiert, aber sie ist auch ohne sehr viel wert. Das müßten die meisten Menschen eigentlich wissen, denn sie praktizieren es privat. Als etwa gestern ca. 100 Journalisten Interviews und Statements von mir haben wollten, fielen immer wieder Wendungen wie „Wir wollten Sie nicht überfallen“ oder „Schießen Sie los“ – und was taten diese Leute, als Ihnen auffiel, was sie da gerade versehentlich, aus Routine gesagt hatten? Sie lachten. Nicht etwa, weil sie sich damit über die ermordeten Satiriker lustig machten, sondern weil ihre üblichen Phrasen auf einmal in einem anderen Kontext standen, eine Bedeutung bekamen, die sie nicht haben sollten. Dahinter steckt keine wertvolle Aussage, es nimmt schlicht für einen Moment dem Ernst die Macht.

Und das dürfte der Grund sein, weswegen Fanatiker, speziell religiöse, Komik verachten. Sie vertreten eine todernste, einzige ewige Wahrheit, und der Witz – egal wie klug oder lustig er im Einzelfalle sein mag – bedroht diese Wahrheit. Religion (und so manch andere Weltanschauung) ist Wahnsinn im Kleide der Rationalität, Satire und Komik Rationalität im Kleide des Wahnsinns. Das eine muß das andere mißverstehen. Deshalb werden Vertreter des heiligen Ernstes der Komik stets mit Zorn begegnen. Und es ist ihr gutes Recht. Solange sie dies mit denselben Waffen wie Satiriker tun: mit Wort und Bild. Und nicht mit Maschinenpistolen.

Seit gestern gilt mehr denn je: Es lebe der Witz. Der kluge. Der platte. Jeder, der genügend Menschen findet, die über ihn lachen. Und für alle, die ihn nicht mögen, sollte mehr denn je gelten: Ertragt ihn oder ignoriert ihn. Ihr werdet der Komik nicht Herr!

(Dieser Text ist zuerst als Gastbeitrag auf „n-tv online“ erschienen.)


Source: http://www.berliner-zeitung.de/politik/terroranschlag–man-sollte-jeden-glauben-verachten-,10808018,29503830.html

„Man sollte jeden Glauben verachten“

Von Christian Bommarius

Oliver Maria Schmitt ist auch Mitglied von „Die Partei“Foto: dpa

Der ehemalige Chefredakteur und heutige Mitherausgeber des deutschen Satiremagazins „Titanic“, Oliver Maria Schmitt, spricht über Bedrohungen, Klagen, Islamphobie und den Hass auf das Fremde.


Herr Schmitt, Witz kann tödlich sein, aber er bringt niemanden um. Warum dieser Hass – zumal islamistischer Terroristen – vor allem auf Karikaturisten?

Schwer zu sagen, ich bin kein Irrenarzt. Hassen kann man immer nur, was man nicht kennt, siehe Pegida und der Dresdner Ausländerhass ohne Ausländer. Ich vermute, dass islamistische Killer, wie auch ihr Umfeld, strohdumm sind und mit den zivilisatorischen Errungenschaften Aufklärung, Kritik, Witz, Ironie und schiefere Bedeutung nichts anfangen können. Die dürfen ja nur den Koran lesen, und der enthält kaum brauchbare Bildwitze.

Das Ziel solcher Anschläge ist klar: Einschüchterung der Presse. Selbstverständlich werden die Medien jetzt wieder versichern, sich nie und nimmer einschüchtern zu lassen. Hätten Sie sich als Chefredakteur der Titanic von Anschlägen wie diesem beeindrucken lassen?

Hätte, hätte, hätte. Nach den Bedrohungsanrufen, die zu meiner Zeit als Chefredakteur eingetroffen sind, haben wir ungerührt weiter schlechte Witze gemacht und sofort unbefristete Urlaubsanträge eingereicht.

Charlie Hebdo hat sich in den vergangenen Jahren mit fast allen gesellschaftlichen Gruppen angelegt, auch mit den Katholiken, besonders hingebungsvoll aber mit dem Islam. Eine Hacker-Gruppe hatte bereits vor mehreren Jahren ein Attentat im Namen des Propheten auf die Redaktion von Charlie Hebdo angedroht. Wenn solche Attentate sogar angekündigt werden, empfiehlt sich da nicht vielleicht doch eine gewisse Zurückhaltung?

Nein, denn selbst seriös vorgebrachte Attentatsandrohungen stehen unter Irrtumsvorbehalt. Als Papst Ratzinger 2012 wegen meines Titelbildwitzes gegen die Titanic klagte und uns kreuzigen lassen wollte, zog er Wochen später die Klage wieder zurück. Für einen unfehlbaren Mann ein Armutszeugnis. Daher wird die Titanic weder Bedrohungen noch sonst irgendwas ernst nehmen.

Kennen Sie die Redaktion von Charlie Hebdo? Mehrere Zeichner, aber auch der Herausgeber wurden ermordet. Lässt sich die Arbeit jetzt überhaupt noch fortsetzen?

Ich kenne keines der beklagenswerten Opfer persönlich und kann weder in deren, noch im Namen der Redaktion sprechen. Aber wenn Allah tatsächlich groß ist, dann wird er Charlie Hebdo so lange regelmäßig weitererscheinen lassen, bis auch der letzte Koran, die letzte Bibel und die letzte Thorarolle wegen Menschenfeindlichkeit eingestampft worden sind.

Wenn sich herausstellen sollte, dass tatsächlich islamistische Terroristen die Täter waren, dürfte das nicht nur Pegida enormen Zulauf bescheren, sondern eventuell das gesellschaftliche Klima nicht nur in Frankreich, auch in der Bundesrepublik verändern. Droht eine Verschärfung der Islamophobie?

Nach Heiner Müller sind zehn Deutsche immer dümmer als fünf Deutsche, insofern wird jeder weitere Zulauf der Pegida immer weiteres Idiotenmaterial zuführen. Gegen Islamophobie habe ich persönlich nichts – man sollte aber jeden Glauben verachten.

Das Gespräch führte Christian Bommarius



Finally, let me point you to Berliner Zeitung, they have reprinted some of the nice caricatures.