Der Kaiser von Do Ping

2013-08-13 Aus Von christiankohl

Am letzten Samstag war ich ziemlich matt und auf Grund der Tatsache, dass Werder ausnahmsweise mal gewonnen hatte, das ausgerechnet noch im „Topspiel“, Werder diese Saison sonst auch nichts mehr gewinnen wird usw usw schaute ich mir das Aktuelle Sportstudio im ZDF an. Wie immer grausam, dieses Mal aber besonders schlimm, weil es eine Jubiläumssendung war, man musste nicht nur einen schlimmen Moderator ertragen, sondern gleich mehrere. Die müssen alle sterben. Aber egal.

Es begab sich also, dass auch der Kaiser eingeladen war und der Herr Steinbrecher stellte seine Alibifrage zum Thema Doping. Und konfrontierte den feinen Herrn Beckenbauer dann mit Aussagen aus dem Jahre 1977. Und hier muss ich Steinbrecher dann mal loben, bis hierher war das echt gut eingefädelt, Beckenbauer war sichtlich überrascht und verwirrt. Es war schon ein leichter Fremdschämmoment dabei. Dann gab der Kaiser auch noch ausgesucht dumme Antworten und lieferte gleich mehrere Steilvorlagen. (Näheres dazu in diesem Artikel in der SZ: http://www.sueddeutsche.de/sport/dfb-und-doping-vitaminspritzen-aus-der-guten-alten-zeit-1.1745086.) 
UND WAS MACHT STEINBRECHER? NICHTS? Fucking gar nichts! Überleitung, Thema fertig. DAS wäre die Chance gewesen für investigativen Journalismus, für die so oft beschworene „Sternstunde des Journalismus“. Er hatte den Bären vor der Flinte, hätte nur noch abdrücken müssen … . Und er tut nichts. Peinlich, peinlich, zeigt mal wieder, was für eine armselige Ratte das ist und was für ein armseliger Sender. Ich hoffe, alle Journalisten sterben. Und alles öffentlich-rechtliche schon zweimal. Und Beckenbauer und Völler werden vom Blitz erschlagen. Usw.
Noch faszinierender finde ich allerdings, wie das Ereignis in der Presselandschaft und sonstwo totgeschwiegen wird: Man hat quasi ein Dopinggeständnis der Lichtgestalt, des bekanntesten Fußballers überhaupt, und nichts passiert. Kurzer Artikel auf SPON, in der SZ, das wars. Es verdienen halt alle genug daran, da will keiner in Ungnade fallen. Widerliches Dreckspack.