Berlin kackt
Strom ist zurück, sogar früher als angekündigt. Da in unserer Wohnung noch ca 5 Grad herrschten am Mittwoch mittag, behaupte ich mal, dass eine Nacht mit -11 und -5 am Donnerstag ordentliche Schäden an Leitungen und Heizungen angerichtet hätte. Insbesondere wenn eine Schnulli Wartungsfirma auf Nachfrage verneint, dass das Ablassen von Wasser aus der Heizung sinnvoll wäre. Was für Vollpfosten. Insofern: Nochmal Glück gehabt, alle Leitungen, stand jetzt, sind heile geblieben.
Ich habe ja v.a. die Kommunikation kritisiert. Aber natürlich ist das fundamentale Problem ein anderes. Die Tatsache, dass seit Jahrzehnten Staat, Ländern, etc. “wie ein Unternehmen” geführt werden sollen/werden, führt ja u.a. dazu, dass eben Redundanzen abgebaut werden bzw. nicht geschaffen werden. Das Zauberwort lautet hier “Daseinsvorsorge” – das ist nämlich die Aufgabe des Staats. Und dabei versagt er seit Jahrzehnten. Immer mehr, denn die neoliberalen Phantasien, die von CDUSPDFDP in den verschiedensten Konstellationen ausgelebt werden, sind das genaue Gegenteil. Und deshalb steht “man”, in diesem Fall Berlin, nackig da und kackt ein. Neben den fehlenden Redundanzen kommt in Deutschland noch dazu, dass Bürger aktiv daran gehindert werden, sich selbst zu versorgen, weil das die Oligopole gefährden würde – und wer will schon seien Profit schmelzen sehen?
Und das denke ich mir auch nicht alles aus, Leute mit mehr Ahnung sehen das durchaus ähnlich. Zitat:
“Man hat gesehen: Die Krisenkommunikation war am Anfang katastrophal. Die Einsatzlage war nicht wirklich sinnvoll koordiniert. Man hat auch aus früheren Vorfällen offensichtlich nichts gelernt und verbessert. Stattdessen ist der Bürgermeister anscheinend jetzt Strafverfolger geworden und hat auch schon Ermittlungsergebnisse vorweggenommen (…) .”
“Nehmen wir THW und Bundeswehr als Beispiele. Die Bundeswehr hat ihre Anfrage nach Amtshilfe erst am Montagmorgen erhalten. Aber den Einsatz der Bundeswehr hat man schon vorher erzählt. Entweder ist das totales Chaos oder totale Unfähigkeit oder sogar beides. Aber das kann man sich mit logischen Prozessen in so einer Lage nicht mehr erklären. Das ist wirklich komplettes Versagen auf ganzer Linie. Ansonsten wäre das nicht so eine Lage geworden.”
“Zuerst hat man das THW gerufen, aber das hat anscheinend nicht ausgereicht. Das muss man auch erst einmal hinbekommen. Und bei der Bundeswehr hat man zuerst nach Tankwagen gefragt, um Diesel anzuliefern. Da stelle ich mir die Frage: Ist man in Berlin nicht in der Lage, irgendwo Tankwagen zu kaufen oder zu mieten? Dafür braucht man schon die Bundeswehr? Ernsthaft? Irgendwann kam dann: Die Bundeswehr muss ja auch Suppenküchen hinstellen. Aber das kann das THW auch. Sieht aber krasser aus, wenn das Menschen in Tarnfleckmontur machen. Richtig schlimme Lage halt, da kann man nichts machen.”
(Quelle: Interview mit Manuel Atug, AG Critis, auf heise.de: https://www.heise.de/hintergrund/Stromausfall-in-Berlin-Die-Krisenkommunikation-war-am-Anfang-katastrophal-11131790.html, 08.01.2026)
Und ich könnte weiter und weiter machen … . Es hört nicht auf. Das traurige ist, dass die einzige Politikerin, die positiv aufgefallen ist, ausgerechnet sie sonstige Totalversagerin Franziska Giffey war. Sachorientiert, lösungsorientiert. Wohingegen Wegner und Spranger ständig “Ich, Ich, Ich” schrien und Ablenkungsmanöver en masse fuhren. Von der Tennisgeschichte schweigen wir mal ganz. 😉